Haltungsbedingungen Leopardgeckos

Vergesellschaftung

Leopardgeckos werden in Gruppen gehalten. Hierbei darf pro Terrarium nie mehr als 1 Männchen gehalten werden, weil es sonst zu starken Rivalen- Kämpfen kommen kann, die im schlimmsten Fall bis zum Tode führen können. Mehrere Weibchen können problemlos zusammengehalten werden.

Am praktischsten ist es, wenn man zu einem Männchen 3 bis 4 Weibchen setzt. So kann das Männchen leicht den Überblick über seine Damen behalten während diese werden ihrerseits weniger von dem ständig paarungsbereiten Männchen bedrängt.

Einzelhaltung ist nur bei Nachzuchten empfehlenswert. Die Jungen entwickeln sich so besser, was u. a. darauf zurückzuführen ist, dass das Futterverhalten für jedes einzelne Jungtier besser beobachtet werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Jungtiere bei der Fütterung gegenseitig öfters mal durch die Schwanzbewegungen des anderen – in der Meinung es handele sich um Futter – in den Schwanz beissen. Dies führt nicht selten dazu, dass die Jungtiere aus Angst ihren Schwanz abwerfen.

Die Weibchen sollten nicht zu früh mit den Männchen zusammengesetzt werden, da es so zur verfrühten Paarung kommen kann, wenn beide noch nicht weit genug entwickelt sind. Wir warten bei unseren Tieren bis diese ein Gewicht von etwa 50g erreicht haben.

Ernährung

Leopardgeckos ernähren sich rein carnivor daher werden sie im Terrarium größtenteils mit Insekten gefüttert.

Grob kann man sagen, dass Leopardgeckos alles fressen was sich bewegt und in den Mund passt. Das ist auch mit ein Grund dafür, warum man die Nachzuchten nie bei den erwachsenen Tieren aufwachsen lassen soll.

Junge Leopardgeckos sollten am besten täglich, erwachsene Leopardgeckos hingegen etwa 2-3 Mal pro Woche gefüttert werden.

Der Schwanz des Leopardgeckos dient ihm in nahrungsarmen Zeiten, die ja in der Natur häufiger mal vorkommen, als Fettreserve. So erkennt man einen gut ernährten Leopardgecko daran, dass sein Schwanz nicht zu dünn, sondern ruhig etwas dicker geformt ist.

Größe des Futters:

Die Größe der Futtertiere richtet sich nach der Größe der Leopardgeckos. So bekommen die Jungtiere kleinere und die erwachsenen Leopardgeckos größere Futtertiere. Die Futtertiere sollten nicht länger sein als die Breite vom Kopf des Leopardgeckos. I. d. R. ist es besser mehrere kleinere als wenige große Futtertiere zu verfüttern- zum einen hat man so eine größere Oberfläche für das Vitaminpulver und zum anderen haben die Leopardgeckos dadurch mehr Bewegung.

Zusätzlich sollten die Futtertiere mindestens bei jeder zweiten Fütterung mit einem Vitamin-/Mineralstoff-Präparat eingestäubt werden. Hierbei eignet sich z. B. Korvimin ZVT, welches nur beim Tierarzt erhältlich ist. Man kann solche Präparate auch aus dem Fachhandel beziehen, wobei wichtig ist das v. a. Vitamin D3 und Calcium darin enthalten sind. Wir nutzen mittlerweile Produkte von Repashy, da wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
Wir stecken unsere Grillen z. B. in ein leeres Marmeladenglas in das wir vorher von dem Pulver hineingegeben haben. Dann schütteln wir etwas durch und lassen die Tiere im Terrarium aus dem Glas.

Frisches Trinkwasser sollte ständig zur Verfügung stehen!

Leopardgeckos sollten eine möglichst abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung haben. Wir haben uns für die unten aufgeführten Futtertier-Arten entschieden, die alles wichtige beinhalten. Dass die Futtertiere sehr nährstoffreich sind, sollte man diese vorher ausreichend versorgt haben. Wir züchten unsere Futtertiere alle selbst, so können wir sicher sein dass unser Futter qualitativ hochwertig ist, außerdem ist es wesentlich kostengünstiger und man hat ständig alle Größen zur Verfügung. Der Nachteil ist, dass es auch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt und z. T. Krach und unangenehme Gerüche verursacht. Wir haben unsere Futtertiere im Zuchtschrank, was diese beiden Punkte schon mal so gut wie ausschließt.

Die folgenden Daten sind mit derer Genehmigung von www.faunatopics.de entnommen und stellen interessante Nährwert-Informationen einiger Futterinsekten dar.

Name
lat. Bezeichnung

ca. Grösse
(in mm)

Nährwerte

Lagertemp. Haltungstemp.

Kurzflügelgrille

Gryllodes
sigillatus

groß ca. 20-25mm
mittel ca. 10-15 mm
klein ca. 4-5 mm
micro ca. 2 mm

Feuchtigkeit ca. 75%
Protein ca. 17%
Fett ca. 6 %
Asche ca. 1 %
Andere ca.1%

L = 15-20ºC

H = 25-30ºC

Steppengrille

Gryllodes
sigillatus

groß ca. 30-35 mm
mittel ca. 15-20 mm
klein ca. 5-7 mm

Feuchtigkeit ca. 74%
Protein ca. 19%
Fett ca. 5 %
Asche ca. 1 %
Andere ca.1%

L = 15-20ºC

H = 25-30ºC

Heuschrecken

Schistocerca
gregaria

groß ca. 65–80 mm
mittel ca. 30-40 mm
klein ca. 10 mm

Feuchtigkeit ca. 71%
Protein ca. 23%
Fett ca. 4 %
Asche ca. 1 %
Andere ca.1%

L = 15-22ºC

H = 30-35ºC

Mehlwürmer

Tenebrio
molitor

groß ca. 25-30 mm
klein ca. 10-15 mm

Feuchtigkeit ca. 62%
Protein ca. 20%
Fett ca. 15%
Asche ca. 1%
Andere ca. 2 %

L = 8-12ºC

H = 20-25ºC

Fruchtfliegen

Drosophila
ssp .

groß ca. 2 mm
klein ca. 1 mm

Feuchtigkeit ca. 60%
Protein ca. 20%
Fett ca. 14%
Asche ca. 2%
Andere ca. 4 %

L = 16-18ºC

H = 20-22ºC

Schwarzkäferlarven

Zophobas
morio

ca. 35-40 mm

Feuchtigkeit ca. 58%
Protein ca. 19%
Fett ca. 18%
Asche ca. 1%
Andere ca. 4 %

L = 16-18ºC

H = 20-22ºC

Rotwürmer

Dentrobeana
ssp .

ca. 50–60 mm

Feuchtigkeit ca. 85%
Protein ca. 11%
Fett ca. 1,5%
Asche ca. 1,5%
Andere ca. 1 %

L = 2-5ºC

Tauwürmer

ca. 70–80 mm

Feuchtigkeit ca. 84%
Protein ca. 12%
Fett ca. 1,5%
Asche ca. 1,5%
Andere ca. 1 %

L = 2-5ºC

Wachsraupen

Galleria
mellonella

ca. 20-25 mm

Feuchtigkeit ca. 63%
Protein ca. 16%
Fett ca. 19%
Asche ca. 1%
Andere ca. 1%

L = 20-25ºC

H = ca. 30ºC

Steppengrille:

Steppengrille 1

Argentinische Waldschabe:

Schabe 1

Wüstenheuschrecke:

Heu 2

Zophobas:

Zophobas

Krankheiten

Auch bei einer optimalen und artgerechten Haltung können – wenn auch selten – die Leopardgeckos erkranken.

Häufigste Ansteckungsquelle ist wenn man neue, kranke Tiere ohne ordnungsgemäße Quarantäne direkt in den Bestand eingliedert. Neue Tiere sollten erst nach 3 Monaten, i. d. R. drei negativen Kotproben (unterschiedlicher Tage) und normalem Verhalten in den Bestand eingegliedert werden.

Bei den Kotproben eines Neuzuganges – normales Aussehen und Verhalten des Tieres vorausgesetzt – genügt normalerweise die Untersuchung auf Endo- und Ektoparasiten sowie Kryptosporidien. Wir schicken unsere Proben immer nach Wien zur Veterinärmedizinischen Universität. Die können dort einen sehr genauen Test (PCR) auf Cryptosporidien machen, der bisher in Deutschland noch keine Zulassung hat. (Stand 2010)

Ein krankes Tier muss von den anderen separat gehalten werden!

Merke: Wenn ihr euch nicht sicher seid, was der Leopardgecko hat, geht bitte zum Tierarzt!

Empfehlenswert für verschiedene Sachen (z. B. als Stärkungsmitteln in Schwächphasen) sind HerbaMed Immun-, Aktiv-, oder Elektrolyt-Tropfen.

Im folgenden wollen wir die wichtigsten Erkrankungen und deren Behandlung beschreiben:

Häutungsprobleme:

Es kann vorkommen dass sich die Leopardgeckos nicht ordnungsgemäß häuten. Häufiger Grund hierfür ist eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Terrarium. So können Häutungsreste z. B. an den Zehen verbleiben. Hier hilft es meist wenn man die betroffenen Stellen ein wenig einweicht und die Häutungsrückstände vorsichtig mit einer Pinzette entfernt. Tut man das nicht kann es mit der Zeit zum Absterben der Zehen kommen.

Würmer:

Würmer werden meist über die Futtertiere, durch unzureichende Hygiene oder durch neue Tiere eingeschleppt.

Die häufigsten Wurmsorten sind Trematoden oder Oxyuren. Die Wurmeier werden im Kot festgestellt und sind relativ einfach zu behandeln.

Geeignete Mittel (meist Panacur) bekommt man beim Tierarzt. Er legt auch die Dosierung fest. Die Behandlung geht i. d. R. über 3 Tage, das ganze 2x im Abstand von 14 Tagen.

Währenddessen sollte besonders auf Hygiene geachtet werden, täglich der Kot entfernt und die Stellen desinfiziert werden. Einrichtungsgegenstände wie Höhlen o. ä. am besten kurz in der Mikrowelle erhitzen. Hierbei muss darauf geachtet werden dass die Gegenstände kein Metall enthalten dürfen, sonst gibt es ein unangenehmes Feuerwerk in der Mikrowelle.

Das Panacur kann am besten mit einer Pipette in den Mund getropft werden.

Als ausführliches Beispiel: Oxyuren

Eine häufig vorkommende Wurmsorte, die sich im Kot nachweisen lässt, sind die Oxyuren.
Oxyuren (Madenwürmer) gehören der Gruppe der Nematoden (Fadenwürmer) an. Sie lassen sich wegen ihres direkten Entwicklungskreislaufes ohne Zwischenwirt leicht von Tier zu Tier übertragen. So können sich mit der Zeit hohe Populationen an Oxyuren aufbauen.
Oxyuren sind Darmbewohner, die vermutlich zu keiner Schädigung der Darmschleimhaut führen. Sie sind nur dann schlimm wenn durch einen Kotstau eine Austreibung der Oxyuren unterbleibt. Deshalb ist es auch sehr wichtig keine mit Oxyuren befallenen Tiere in die Winterruhe zu schicken, da die Darmperistaltik aufgrund der eingestellten Nahrungsaufnahme stark reduziert ist.
Behandeln lassen sich Oxyuren mit Panacur oder Molevac. Die Dosierung legt der Tierarzt fest. Das Terrarium sollte gut gereinigt werden, dass sich die Tiere nicht durch noch vorhandene Oxyureneier wieder erneut infizieren.

Kleine Verletzungen:

Kleine Bisswunden verheilen meist von allein.

Bei nicht entzündeten Wunden genügt i. d. R. das Auftragen einer einfachen Wund-/ Heilsalbe (z. B. Bepanthen).

Bei entzündeten Wunden sollte man diese am besten desinfizieren und dann eine entzündungshemmende Salbe (z. B. Betaisodona) auftragen.

Eine sehr gute Creme für Wunden ist auch Eudermatan N.

Verfettung:

Sie entsteht bei übermäßiger Fütterung. Hier sollte man langsam die Futtermenge verringern.

Entzündete Augen/ Dreck im Auge:

Hier hilft i. d. R. das Spülen des Auges und/oder das Auftragen einer Salbe wie Bepanthen.

Verdauungsprobleme:

Verdauungsprobleme treten häufig durch falsche, schlecht verdaubare Ernährung, wenn die Geckos beim Futter fangen zuviel Sand mitfressen oder durch fehlende Heizmöglichkeiten auf. Bei Verstopfung- die i. d. R. daduch dass das Tier nicht mehr kotet, durch einen dicken, schwarzen Bauch, dünnen Schwanz und Futterverweigerung erkannt wird- hilft oft ein warmes Bad und Massage des Bauches, ein Einlauf mit NaCl-Lösung oder die orale Gabe von Paraffinöl.

Milben:

Milben gehören zu den Außenparasiten. Sie befallen und fressen hauptsächlich Futtervorräte. Symptome sind das Verweigern der Nahrung mit Gewichtsverlust, abnormales Verhalten und Erschöpfungszustand sowie eventuelles Baden im Wasser. Milben sind – meist an den Stellen um die Augen/ Ohren sowie im Achselbereich – sichtbar. Meist handelt es sich dabei um rote, bis zu 2 mm große, blutsaugende Milben. Sie lassen sich im Kot nachweisen, geeignete Mittel bekommt man beim Tierarzt (z. B. Frontline oder Itermitox). Mit dem Mittel wird der Leopardgecko und das Terrarium alle paar Tage, etwa 4 Wochen lang eingesprüht oder eingerieben. Einrichtungsgegenstände müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Zu bedenken ist, dass für jede Milbe, die auf dem Leo sitzt, sich mehrere Dutzend weitere im Terrarium aufhalten. Nach der Behandlung muss eine erneute Kotuntersuchung gemacht werden um zu bestätigen dass die Milben vernichtet sind.

Hier seht ihr eine Milbe unter dem Mikroskop (Kotprobe):

Kryptosporidien (Cryptosporidium):

Kryptosporiden (= verborgene Sporen bzw. Sporen in den Krypten der Schleimhaut) sind einzellige Protozoen der Unterklasse Coccidia, die häufig Kälber und gelegentlich Menschen, darüber hinaus aber bis zu 40 weitere Wirbeltiere infizieren. Kryptosporidien sind die Erreger der Kryptosporidose.

Die Schädigung findet im Darm statt, während die Symptome Gewichtsverlust, Nahrungsverweigerung, Lethargie, wässriger Durchfall und Erbrechen sind. Es treten aber nicht bei jeder Infektion alle Symptome auf. Die Folge ist Dehydrierung, welche dann zum Tod führt.

Die Erreger lassen sich im Kot nachweisen, bezihungsweise lassen sich so genannte Oozysten feststellen. Der PCR-Test soll aufgrund der Inkubationszeit erst etwa 3 Monate nach der Ansteckung sinnvoll und dann zu etwa 99 % sicher sein. Er sollte 3x durchgeführt werden, weil infizierte Tiere die Parasiten und ihre Vorstufen nicht kontinuierlich sondern schubweise ausscheiden. Eine 100 %ige Garantie gibt leider nur eine Organprobe des toten Tieres mit anschließender Histologie.

tückisch:

Die Tiere können über längere Zeit – von bis zu mehreren Jahren ist bekannt – die Erreger in sich tragen bis die Erkrankung ausbricht. Auslöser können Stress, z. B. durch Umzug oder Schwangerschaften sein. Weiterhin kann der Ausbruch durch Krankheiten, die parallel verlaufen, geschehen. Wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist, bauen die Geckos schnell sehr stark ab.

Die Krankheit ist bei Leopardgeckos sehr ansteckend. Wenn ein Tier kurz Kontakt mit einem infizierten Tier hatte ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er sich auch infiziert hat. Die Ansteckung geschieht meist über den Kot eines infizierten Tieres, indem sich die Oozysten befinden. Aus den Oozysten entwickeln sich Sporozoiten, welche sich wiederum an das Darmepithel heften.

Es ist stets auf äußerste Hygiene im Umgang mit Materialien für die Tiere zu achten und außerdem sind bei jedem Arbeitsgang Handschuhe zu tragen.

Ein Tier kann sich durch die orale Aufnahme der Erreger durch das Belecken der Umgebung oder über das Trinkwasser infizieren. Auch ist eine Übertragung über das Futter möglich wenn z. B. Futtertiere gefressen werden die zuvor Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere hatten.

Auch wird öfter angegeben, dass sich die Erreger aufgrund ihrer geringen Größe über die Luft übertragen können, was auch ein Grund dafür ist, dass wir unsere Quarantäne-Tiere ausschließlich in einem anderen Raum halten.
Von der Mutter auf das Jungtier lässt sich die Krankheit nicht übertragen. Es ist allerdings möglich, dass ein frisch geschlüpftes Jungtier an der bei der Eiablage infizierten Eischale leckt.

Nicht alle Desinfektionsmittel eignen sich für die Verwendung gegen Kryptosporidien. P-Chlor-m-Kresol (z. B. „NeoPresidan“) aus der Reihe der Medikationen für Kühe und Schweine oder Ammoniak sollen hilfreich sein.

Behandlung:

Bis heute gibt es keine wirkliche Therapie. Hin und wieder sprechen einzelne Geckos auf eine Therapie an und kommen wieder zu Kräften, sie tragen jedoch oftmals immer noch die Erreger in sich und müssten ihr ganzes Leben in strenger Quarantäne gehalten werden. Die Erregerausscheidung kann nur vorübergehend reduziert werden und somit zu negativen Ergebnissen bei Kotuntersuchungen führen. Wenn die Tiere nicht auf die Therapie ansprechen, sollte man sich frühzeitig überlegen die Tiere durch einen Tierarzt einschläfern zu lassen, denn diese Krankheit geht mit einem starken Verlust der Lebensqualität der Tiere einher. Die Überlebenschancen bei den momentanen Therapiemöglichkeiten sind erfahrungsgemäß sehr gering.

Vorsicht: Die für Leopardgeckos tötlichen Erreger (Cryptosporidium saurophilum) können scheinbar nicht von anderen Kryptosporidien-Arten unterschieden werden. Diese für den Leopardgecko unschädlichen Kryptosporidien kann der Gecko zum Beispiel über das Trinkwasser oder die Futtertiere aufnehmen. Dann kann ein Test positiv ausfallen, obwohl das Tier nicht gefährdet ist.

Ein ausführlicher Bericht zu diesem Thema mit weiteren Information und auch Meinungen von Experten findet ihr hier.
Dies sind zwei weitere interessante Threads aus einem internationalen Forum: Thread 1 & Thread 2.
Auch eine sehr informative Seite zum Thema Cryptosporidien findet ihr hier.
Hier ein weiterer Thread.
Und hier ein Bericht aus der Zeitung „Kleintierpraxis“.

Bakterien:

Bakterien lassen sich auch im Kot nachweisen, hierfür muss allerdings von dem Tierarzt oder dem Labor eine Kultur angelegt werden. Diese machen bei einem Befall auch den entsprechenden Therapievorschlag, i. d. R. mit Antibiotika.

Mangelerscheinungen:

Mangelerscheinungen wie z. B. Rachitis oder Stoffwechselstörungen treten bei unzureichender Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und/ oder Kalzium auf.

Erbrechen:

Erbrechen muss kein Zeichen für eine Erkrankung sein. Meist liegt es einfach daran, dass das Tier sich überfressen hat oder zu kühl gehalten wurde (zu niedrige Temperaturen führen zu schlechter Verdauung). Verweigern die Tiere allerdings die Nahrung oder findet man im Kot unverdaute Nahrungsreste kann dies ein Anzeichen für eine ernsthafte Krankheit sein.

Legenot:

Ein häufiger Grund dafür ist, weil das Weibchen keine entsprechende Eiablagemöglichkeit hat.

Verbleiben die Eier über das normale Legedatum hinaus im Eileiter, kann sich dadurch eine lebensbedrohliche Legenot entwickeln. Die Eier nehmen weiterhin Wasser auf und nehmen an Größe zu, bis sie mit der Eileiterschleimhaut verkleben und vom Tier nicht mehr auf natürliche Weise abgelegt werden können.

Winterruhe

Die Winterruhe gehört zum natürlichen Lebenszyklus der Leopardgeckos. Sie ist wichtig für die Gesundheit, die Lebensdauer und das Paarungsverhalten der Tiere.

Wichtig ist dass man nur kerngesunde Leos in die Winterruhe schickt die zudem einen ordentlichen Fettspeicher (dicker Schwanz) haben. Während der Winterruhe reduzieren die Geckos ihren Stoffwechsel so stark dass sie kaum an Gewicht verlieren. Am besten ist es wenn man die Tiere einzeln überwintert.

Während der Winterruhe sind die Leopardgeckos wesentlich ruhiger und inaktiver als sonst. Sie müssen komplett in Ruhe gelassen werden, damit sie sich ausreichend erholen können. Sie aus ihren Verstecken rauszuholen gilt als störend.

Am besten geeignet ist eine Winterruhe von Dezember bis Januar, wobei man schon einen Monat vorher anfängt die Temperatur, die Beleuchtung und die Nahrung langsam zu reduzieren. Von Januar bis Februar sollten diese ebenso langsam wieder gesteigert werden.

Etwa 2 Wochen vor dem Überwintern sollten die Tiere kein Futter mehr zu sich nehmen, damit sich der Darm vollständig entleert hat. Während der Winterruhe sollte nicht gefüttert werden, weil den Tieren die nötige Wärme für die Verdauung fehlt. Frisches Wasser muss aber ständig zur Verfügung stehen.

Für die Winterruhe sollte die Beleuchtung auf ca. 6 Stunden pro Tag verringert werden. Während der Winterruhe wird auf zusätzliche Wärmequellen wie Heizmatten oder –steine komplett verzichtet. Es sollten tagsüber Temperaturen von ca. 15-18°C und nachts von 12-15°C sein.

Geschlechtsunterschiede

Eine genaue Geschlechtsbestimmung ist erst in einem Alter von etwa 4 Monaten möglich- was aber je nach Entwicklung auch sehr unterschiedlich sein kann. Wenn man es früher sehen will kann ein Handmikroskop oder ein gute Lupe mit Licht sehr gute Dienste leisten. Man kann Männchen anhand der Poren schon relativ früh recht gut erkennen. So ist es teilweise möglich, Männchen schon nach 4-6 Wochen bestimmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt als Weibchen erkannte Tiere, können allerdings zu Männchen werden, von daher sollte mann ggf. lieber noch abwarten und öfter mal nachschauen, bis man sich sicher sein kann.

Hier ein solches Handmikroskop mit einer Vergrößerung von 60-100- fach. Empfehlenswert wäre eine Vergrößerung die kleiner ist, weil man zwar alles sehr groß sieht, aber der Bereich sehr sehr klein ist und es dadurch wieder unhandlich wird.

Man kann zwar anhand der Inkubationstemperatur das Geschlecht relativ gut festlegen, aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt das nicht.

Männchen wirken im Verhältnis zu gleichaltrigen Weibchen meist größer und kräftiger. Sie entwickeln einen breiteren Kopf und einen dickeren Nacken.

Die folgenden Fotos zeigen gut die Geschlechtsmerkmale. Sie sind – mit freundlicher Genehmigung von Ron Tremper – aus dem Buch „The Herpetoculture of Leopard Geckos“ entnommen.
 Männchen:
Adulte Männchen zeigen gut entwickelte Präanalporen und Hemipenistaschen.
Weibchen:
Die meisten weiblichen Leopardgeckos zeigen keine Zeichen von Präanalporen oder – punkten.

Zucht von Leopardgeckos

Die Nachzucht der Leopardgeckos ist eins der schönsten Dinge die man mit den Tieren erleben kann.

Die Paarung:

Sie geht vergleichsweise hart von statten. Das Leomännchen fixiert das Weibchen mit einem Nackenbiss, danach kann er den so genannten Hemipenis einführen. Ist das Weibchen paarungsbereit, dann wird es ruhig stehen bleiben. Ist es nicht paarungsbereit wird es die Annäherung vehement durch Bisse abwehren.


Foto von Katharina Sprotte

Nach erfolgreicher Paarung wird das Weibchen relativ schnell an Umfang und Gewicht zunehmen und durch die Bauchhaut lassen sich die Eier erkennen.

Eiablage:

Im Terrarium sollte eine Stelle geschaffen werden die zum Eier ablegen geeignet ist. Dies kann zum einen Legenot verhindern und zum anderen werden die Eier sicher an eine schnell aufzufindende Stelle abgelegt.
Wie benutzen hierzu leere Eisbehälterboxen in deren Deckel wir ein Loch schneiden, durch das der Gecko durchpasst welches aber nicht zu groß ist so dass die Box noch gut als Versteck zu gebrauchen ist. In diese Box tun wir leicht feuchten Sand oder Kokoshumus hinein.
Dieser Ort wird von fast allen Weibchen zur Eiablage angenommen. Außerdem ziehen sich die Geckos gerne zur Häutung dorthin zurück.

Ein Weibchen kann bis zu 10x im Jahr 2 Eier legen, wobei jüngere Tiere weniger Gelege mit oftmals auch nur einem Ei legen. Auch kommt es bei Weibchen die das erste Mal Eier legen häufig vor dass diese ersten Eier unbefruchtet sind. Um herauszufinden ob die Eier befruchtet sind kann man zum einen abwarten ob sich die Eier gut entwickeln oder die Eier durchleuchten. Wir durchleuchten unsere Eier selten – wenn wir es tun dann benutzen wir eine sog. Schierlampe mit LED-Technik, welche im Gegensatz zu anderen Lampen keine Wärme entwickelt die den Eiern schaden kann. Auch warten wir mit dem Durchleuchten 2-3 Tage bis man auch sicher etwas erkennen kann.

Inkubation:

Nach der Eiablage sollte man die Eier schnellstmöglich in einen Inkubator überführen wobei darauf zu achten ist dass die Eier ab spätestens 24 Stunden nach der Eiablage nicht mehr gedreht werden dürfen, da ansonsten die Embryos sonst absterben können.

Als Inkubatoren benutzen wir derzeit Motor- und Flächenbrüter.

Die Eier legen wir – meist zu zweit wie wir sie auffinden – in ein mit Vermiculit gefülltes Heimchendöschen. Unter das Vermiculit mischen wir zuvor etwas Aktivkohle was sehr gut vor Schimmelbefall der Eier schützt. Die Aktivkohle bekommt man bei uns im Baumarkt in der Aquaristikabteilung. Das Vermiculit sollte gut feucht – aber nicht nass! – sein.

Die Luftfeuchte ist neben der Temperatur eins der wichtigsten Kriterien bei der Inkubation. Um diese sicher zu stellen wird ein Hygrometer im Inkubator platziert. Ist die Luftfeuchte zu niedrig können die Eier einfallen,  ist sie hingegen zu hoch können sie schimmeln. Während der gesamten Zeitigung sollte die Luftfeuchte nicht unter 75% fallen. Am besten sind Werte zwischen 80-85%. I. d. R. ist ein Nachfeuchten des Vermiculits während der Inkubation nicht notwendig, dieses lässt sich auch dadurch gut erreichen, dass man die Wasserrinnen im Bruja füllt.

Der Einfluss der Inkubationstemperatur:

Mit der Inkubationstemperatur lässt sich das Geschlechterverhältnis beeinflussen.
25-27°C erhält man überwiegend Weibchen, bei 30-32°C überwiegend Männchen.
28-29°C erhält man beide Geschlechter zu in etwa gleichen Anteilen.
Bei Temperaturen über 32°C hat man eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit für Weibchen, welche aber vom Verhalten her eher wie Männchen und sexuell sehr aggressiv sind. Diese Weibchen sind zur Zucht eher ungeeignet.
Unter 25°C und über 35°C sollte nicht inkubiert werden.

Das Geschlecht wird im ersten Inkubationsdrittel festgelegt, die verbleibende Zeit reicht aus, um die Färbung zu der Tiere verändern. Je tiefer die Temperatur ist, umso dunkler sind die Schlüpflinge, wobei je wärmer die Temperatur ist umso heller werden sie.

Im folgenden seht ihr 4 Bilder von Ron Tremper, welche die Unterschiede anhand zweier Beispiele gut zeigen. Auf den ersten beiden Fotos seht ihr die Auswirkungen der Inkubationstemperatur auf die Färbung eines Albinos. Bei 27°C sind die Pigmente dunkel gefärbt
(1. Bild), während ein gleichartiger Gecko bei 32°C heller gefärbt ist (2. Bild).
Auf den letzten zwei Bildern seht ihr einen Tangerine Albino. Zuerst mit einer Inkubationstemperatur von 31-32°C (3. Bild) und später ein gleichartiges Tier nach 6 Wochen kälterer Zeitigung mit Temperaturen um die 20-23°C (4. Bild).

Die Inkubationstemperatur bestimmt die Entwicklungsgeschwindigkeit, dadurch ist bei höheren Temperaturen eine kürzere und bei niedrigen Temperaturen eine längere Inkubationsdauer zu erwarten. Bei 28-29°C (Geschlechterverhältnis 50/50) liegt die Inkubationsdauer bspw. bei etwa 40-50 Tagen. Bei 25-27°C (überwiegend Weibchen) liegt die Dauer bei 70-90 Tagen.

Mögliche Probleme bei der Inkubation der Eier:

Einbuchtungen:
Einbuchtungen sind entweder ein Zeichen von Wassermangel oder des bevorstehenden Schlupfes. Gräbt man die betroffenen Eier rechtzeitig vollständig in etwas feuchteres (nicht nasses!) Substrat ein, erholen sie sich meist schnell und werden wieder prall.

Schimmelpilzbefall:
Wenn der Pilzbefall noch nicht zu sehr fortgeschritten ist kann eine Behandlung mit antimykotischen Salben oder Pulver (z. B. Canesten, Exoderil, Mycophag) versucht werden. Ist allerdings fast die ganze Eischale mit Pilzrasen überzogen müssen die Eier entsorgt werden.