Einführung
Zunächst einmal möchten wir darauf hinweisen, dass wir keine Biologen sind und uns das hier Beschriebene selbst angeeignet haben. Von daher möchten wir euch bitten uns kleine Fehler zu verzeihen. Sollte jemand, der sich damit bestens auskennt, bemerken, dass etwas grundlegend falsch ist, möchte er - oder sie :-) - uns bitte eine E-Mail schreiben, damit wir den Fehler berichtigen können. Wir danken euch und hoffen, dass euch die Informationen weiterhelfen.
Einige Begriffe:
Chromosom:
kommt immer als Paar vor, besteht aus DNS.
DNS:
ist ein Makromolekül, das sämtliche Gene enthält. DNS ist die Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, auch bekannt als DNA - Desoxyribonucleinacid, welches das englische Wort dafür ist.
Gen:
ist die Information zu einem bestimmten Merkmal (z. B. Hautfarbe)
homozygot:
Ein Gecko ist immer homozygot für ein bestimmtes Merkmal. Das bedeutet, er besitzt dieses Merkmal (z. B. Albino) auf jedem der zwei Chromosomen eines Paares, und ist sowohl im Geno- als auch im Phänotyp eindeutig ein Albino (oder wofür er sonst homozygot ist).
heterozygot:
Kurz als “het” bezeichnet. Ein solches Tier besitzt ein Gen nur einfach, bzw. es ist nur auf einem Chromosom eines Paares vorhanden.
Ein Tier, das ein rezessives Gen in sich trägt, es aber nicht äusserlich zeigt, ist heterozygot für dieses Merkmal.
Genotyp:
Ist ein Gecko im Genotyp z. B. ein het Albino, so besitzt er auf einem Chromosom dieses Gen, aber man kann es nicht sehen. Der Phänotyp ist dann etwas anders als der Genotyp.
Phänotyp:
ist das was man dem Gecko ansieht. Ist ein Gecko heterozygot für Albino, ist er im Genotyp zwar ein Albino, aber im Phänotyp kann er nominat aussehen. Ist er aber homozygot für Albino, so sieht man ihm auch an, dass es ein Albino ist.
Auswahlzucht:
Unter ihr versteht man eine Auswahl die sich auf den Phänotyp des Tieres bezieht. Hierzu sucht sich der Züchter die schönsten Tiere aus und verpaart diese wieder weiter. Mit diesen Tieren wird dann auch häufig eine Linienzucht betrieben.
Linienzucht:
Das bedeutet, dass man ein bestimmtes Merkmal was ein Tier besitzt, entweder mit einem Elternteil oder Geschwistern verpaart, um dieses Merkmal zu vermehren und zu festigen.
Gerade bei den polygenetischen Merkmalen werden Auswahl- und Linienzucht miteinander kombiniert.
Nicht alle Gene zeigen sich gleich. Es gibt verschiedene Merkmale, wie sich ein Gen auf den Phänotyp auswirkt. Hierzu zählen:
dominantes Merkmal:
Das einzig richtige dominante Gen ist das Nominat- /Wildtyp- Gen. Es zeigt sich bei Anwesenheit von rezessiven heterozygot vorliegenden Genen trotz deren Anwesenheit. Ledigleich in der homozygoten Form sind rezessive Gene "dominanter" als das Nominat- Gen.
rezessive Merkmale:
Ein solches Gen zeigt sich wenn ein Tier het dafür ist nur im Genotyp, da das andere Chromosom mit einem dominanten oder co- dominaten Gen besetzt ist. In der homozygoten Form sind auch rezessive Gene im Phänotyp sichtbar, da das dominate Gen ersetzt wird. Hierzu zählen:
- die drei Albino- Linien: Tremper-, Rainwater- und Bell-Albino
- Patternless
- Blizzard
- Eclipse
- Raptor
Die verschiedenen Albino- Gene sitzen nicht auf der selben Stelle, was bedeutet, dass wenn man die drei verschiedenen Albino- Linien miteinander verpaart nur nominate Tiere (dominantes Gen) erhält. Diese Tiere sind dann het für die miteinander verpaarten Albino- Linien.
Man kann diese rezessiven Gene natürlich auch untereinander kreuzen, und erhält dadurch Tiere die doppelt oder dreifach rezessiv sind. Ein doppelt rezessives Tier wäre z. B. ein Blazing Blizzard, der sowohl Blizzard als auch Albino in der homozygoten Form ist.
Ein
Ein rezessives Merkmal muss bei beiden Elternteilen vorhanden sein um sich in den NZ (in der ersten Generation) zu zeigen.
co- dominante Merkmale:
co- dominante Gene zeigen sich in der hetero- wie homozygoten Form in den Jungtieren, was den Vorteil hat, dass man bei einem Tier, welches das Gen einmal besitzt, auch im Phänotyp den Genotyp erkennen kann. Dadurch, dass sie co- dominant sind, können auch andere Gene wie ein dominantes oder zwei rezessive Gene mit im Phänotyp vorhanden sein und dadurch kann man sehr wohl das co- dominante wie auch die anderen Gene sehen.
Laut Ron Tremper sind folgende co- dominate Gene bekannt:
- Giant
- Mack Snow.
Laut Alex Hue ist auch das Ghost- Gen co- dominant.
Polygenetische Merkmale:
Bei ihnen ist nicht nur ein einzelnes Gen für den Phänotyp verantwortlich, sondern eine Reihe von Genen, und obwohl sie sich ähnlich wie rezessives Gene verhalten sind es keine. Ein gutes Beispiel ist die Jungle- Zeichnungsvariante. Sie entsteht durch eine Auswahlzucht, indem man die Tiere die am ehesten so aussehen, wie das was man haben möchte, miteinander verpaart um die schönsten Tiere zu erhalten. Um diese Merkmale dann zu festigen, muss man laut Ron Tremper Linienzucht betreiben, da durch das Einkreuzen fremder Gene die Qualität dieser durch Linienzucht gefestigten Tiere mit der Zeit nachlässt, und die phänotypischen Merkmale sich langsam verschlechtern bzw. verschwinden. Ein Tier kann nicht het für ein polygenetisches Merkmal sein. Bekannte Varianten dieser polygenetischen Merkmale sind:
- Hypomelanistisch (Hypo)
- High- Yellow
- Tangerine
- Snow (Linienzucht)
- Emerald
- Jungle
- Striped
- Reverse Striped
- Baldy
- Carrot- Tail
- Carrot- Head
Sämtliche Merkmale die ein Tier (oder Pflanze, oder Mensch) ausmachen, sind in der DNS als Gen gespeichert. Das können z. B. sein: die inneren Organe und wo genau sie im Körper hingehören, die Anzahl der Zehen und eigentlich alles an einem Organismus. Für unsere Leopardgeckos sind aber die Gene am interessantesten, die die Färbung oder die Zeichnung betreffen. Auch diese Informationen sind in der DNS gespeichert, die um Platz zu sparen zusammengeknäuelt ist. Dieses Knäuel wird als Chromosom bezeichnet. Ein Organismus besitzt immer die gleiche Anzahl an Chromosomen (wenn das nicht der Fall ist kann es zu Missbildungen kommen, die meist nicht lebensfähig sind). Wir Menschen z. B. haben 46 davon, die zusammen 23 Paare bilden, während Leopardgeckos nur 38 Einzelchromosomen bzw. 19 Paare besitzen.
Die Chromosomen sind immer paarweise vorhanden, da bei einem Baby immer nur je ein Chromosom eines Paares von je einem Elternteil kommt und diese sich im Ei wieder zu Paaren zusammensetzen. Ein bestimmtes Gen sitzt immer an der selben Stelle im Chromosom. Da ein homozygotes Albino- Männchen nur einmal dieses Gen an seine Nachkommen weitergibt ist das Jungtier damit automatisch het für Albino, und wenn die Mutter dieses Gen auch besitzt und an das Kind weiter gibt, dann ist das Jungtier auch ein homozygoter Albino. Das bedeutet, er besitzt dieses Gen in jedem Chromosom des entsprechenden Paares und ist dadurch auch als Albino im Phänotyp zu sehen. Ist die Mutter het für Albino besteht eine 50/50 Chance dass sie das Albino- Gen an das Jungtier weitergibt.
Soviel dazu, aber was genau erhält man jetzt, wenn man diese Gene miteinander verpaart?
Am einfachsten findet man das heraus, wenn man sich eins dieser tollen Quadrate (sog. Punnet Squares) macht, und dann die Möglichkeiten der Verpaarung einträgt. Wir nehmen als Beispiel mal wieder den beliebten Albino den wir jetzt als “aa” bezeichnen, und verpaaren ihn mit einem Nominat- Tier, das wir als “AA” bezeichnen.
Wir haben die Bezeichnung jetzt so gewählt, da in den meisten Fällen bei diesen Beispielen die Großbuchstaben die Wild- Form kennzeichnen. Von daher wird auch hier überall der Großbuchstabe für das Nominat- Merkmal stehen, auch wenn es mal ein “A” oder “B” oder ”G” oder sonstwas ist. Man kann sich das dann so vorstellen, das bei einem het Albino, der dann “Aa” wäre, anstelle des zweiten Albino- Gens ein Nominat- Gen sitzt, das aus Gründen der Übersicht einfach als Großbuchstabe des fehlenden zweiten rezessiven Gen geschrieben wird. Das ist deswegen sinnvoll, da man ja mehrere rezessive Gene miteinander verpaaren kann, was dann sehr kompliziert wird, wenn man nur ein “N” für Nominat wählen würde, da man dann nicht mehr weiss, ob dieses “N” dann von der Position des fehlenden
1. oder 2. rezessiven Genes kommt.
Also hier mal die ersten Beispiele für mögliche Verpaarungen. Wir wählen jetzt mal wieder den Albino, aber man kann statt dessen natürlich jedes andere rezessive oder co- dominante Gen einsetzen. Diese sind zwar in der “het”- Form im Phänotyp erkennbar, aber halt auch die “het”- Form für die homozygote “Super”- Form wie z. B. Super Giant oder Super Snow.
Damit ihr leichter sehen könnt, was dabei herauskommt, machen wir mal die einzelnen Phänotypen farblich kenntlich:
Wildtyp
heterozygot
homozygot
Die Eltern sind als Mutter und Vater gekennzeichnet, wobei die Geschlechter natürlich auch vertauscht werden könnten, um die selben Nachzuchten zu erhalten.
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